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Das Bild zeigt eine recyclinganlage mit einem großen, mit Aufklebern bedeckten Maschinenraum, in dem Abfälle verarbeitet werden.
 

Ergebnisse der Rest- und Bioabfallanalyse

In 2025 hat das VIVO Kommunalunternehmen die Inhalte der Rest- und Bioabfallbehälter von Privathaushalten im Landkreis Miesbach untersucht. Die Ergebnisse der Analyse sollten Erkenntnisse über das aktuelle Trennverhalten der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis liefern.
 
Anfang des Jahres wurden nun die finalen Ergebnisse ausgewertet und im Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens vorgestellt. Zum Internationalen Tag der Mülltrennung am 7. März möchte das VIVO Kommunalunternehmen nun auch die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises über den Abschluss der Analyse informieren.

Die Untersuchung wurde vom Witzenhausen Institut entsprechend anerkannter und etablierter wissenschaftlicher Standards durchgeführt. So wurde bspw. bei der Sammlung der Untersuchungsproben auf eine breite Streuung im Probengebiet sowie auf Anzahl und Größe der analysierten Behälter geachtet. Es wurden insgesamt jeweils 40 m³ Rest- und Bioabfall in 2 Kampagnen (Mai und November) untersucht, welche sich aus vielen kleineren Einzelstichproben zusammensetzten. Neben der Unterscheidung nach Siedlungsgebiet wurde bei der Restmüllanalyse zudem zwischen Haushalten mit und ohne Biotonne differenziert. Diese Unterscheidung ist wichtig für den Vergleich der organischen Anteile im Restmüll.
 
Die Analyse der Bioabfallbehälter hat ergeben, dass der Bioabfall mit einer Reinheit von 98,95 % eine sehr gute Qualität aufweist. Vereinzelt fielen jedoch in beiden Kampagnen falsch befüllte Behälter auf, die den Fehlwurfanteil von 1,05 % erklären. Dabei wurden unter anderem Beutel aus biologisch abbaubaren Werkstoffen („Bioplastik“), noch verpackte Lebensmittel, Kunststoffe wie bspw. Tüten oder Hundekotbeutel sowie Steine festgestellt. Diese Materialien sind in der Biotonne unerwünscht und führen zur Verunreinigung des Kompostes, welcher aus dem Bioabfall hergestellt wird. 
 
Bei der Untersuchung der Restmüllbehälter lag der Fokus auf dem Wertstoffpotenzial, d.h. Anteile im Abfall, die mit anderen Sammelangeboten prinzipiell erfassbar wären. Die Untersuchung ergab, dass der Restmüll in Summe zu rund 33 % aus Abfällen besteht, die mit anderen Erfassungssystemen der Verwertung, anstatt der Verbrennung zugeführt werden könnten. Dazu gehören etwa 19 % Organik, wie Küchen- und Nahrungsabfälle, 14 % weitere, recyclingfähige Wertstoffe wie Papier und Altglas sowie ein kleiner Anteil an Elektrogeräten und Schadstoffen. 
 
In der Detailbetrachtung ergab sich, dass Haushalte ohne Biotonne knapp 10 % mehr organische Materialien im Restmüll entsorgen als Haushalte mit Biotonne, welche mit 20 % noch vorhandenen organischen Bestandteilen im Restmüllbehälter jedoch ein überraschend hohes Potenzial aufwiesen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Biotonne wöchentlich geleert wird und die Restmülltonne hingegen nur 2-wöchentlich. Zusätzlich zu dem Potenzial an Küchen- und Nahrungsabfällen wurden originalverpackte Lebensmittel mit einem Anteil von knapp 10 % vorgefunden. Im Rahmen der Untersuchung wurde auch der Zustand der originalverpackten Lebensmittel näher betrachtet, wobei festgestellt wurde, dass bei dem überwiegenden Anteil das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten oder die Lebensmittel augenscheinlich nicht verdorben waren. Zu den Hintergründen, warum die Lebensmittel entsorgt wurden, ist nichts bekannt. Der hohe Anteil in beiden Kampagnen von knapp 10 % deutet jedoch auf ein etabliertes Entsorgungsverhalten hin. Vor dem Hintergrund der Ressourcenschonung und dem Vorhaben, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen sind diese Zahlen problematisch. Das Kommunalunternehmen erkennt daher den Bedarf an Aufklärungs- und Informationsarbeit und wird in Zukunft die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt dahingehend ausrichten. Verdorbene Lebensmittel können ohne Verpackung in der Biotonne entsorgt werden. Hieraus wird nicht nur Kompost, sondern auch nachhaltige Energie in Form von Biogas gewonnen.
 
Mit der Umlenkung der recyclingfähigen Wertstoffe in die dafür vorgesehenen Erfassungssysteme können Haushalte ggf. Abfallgebühren einsparen, in dem das Volumen des Abfallbehälters reduziert werden kann. Weiter kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass die Finanzierung der Abfallwirtschaft im Landkreis Miesbach auf einem stabilen Gerüst steht, indem vor allem schadstoffhaltige Abfälle zu den Wertstoffhöfen oder zur Problemmüllsammelstelle in Warngau gebracht werden. Im Rahmen der Analyse wurde festgestellt, dass in 80 % der Restmüll-Einzelstichproben, Elektrogeräte oder Akkus / Batterien gefunden wurden. Insbesondere von diesen Abfällen gehen enorme Brandgefahren aus. Durch die Verdichtung im Fahrzeug oder durch mechanische Belastung bei Umladung und Transport kann es zu weiteren Beschädigungen an den Geräten oder Akkus kommen. Die Beschädigungen können zur unkontrollierten Energiefreisetzung / Funkenschlag führen und dadurch Abfälle in der Umgebung entzünden. Derartige Schäden ziehen neben dem Gefahrenpotenzial für Mitarbeiter und Anlagenteile auch hohe Instandsetzungs- und Reparaturkosten zu Lasten des Gebührenhaushalts nach sich. Durch die korrekte getrennte Entsorgung trägt jeder Einzelne somit zur Minimierung des Gefahrenpotenzials und zur Stabilisierung des finanziellen Betriebsaufwandes der Abfallwirtschaft im Landkreis bei. 

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